Viele denken bei einer Base nur an: „Mach bisschen Sand drauf, fertig.“ Aber eine Base ist viel mehr:
Sie setzt deine Miniatur in einen Kontext. Ist sie im Dschungel unterwegs? In einer Stadt? Auf einem alten Schlachtfeld?
Die Farben, Texturen und kleinen Details sagen dem Betrachter, wo deine Mini ist – und oft auch, was sie dort tut.
Ein Ork auf grauem Pflaster sieht ganz anders aus als der gleiche Ork auf rotem Wüstensand.
Das liegt daran, dass Umgebungsfarben den Gesamteindruck stark beeinflussen.
Willst du Kontrast? Harmonie? Drama?
Die Base ist deine geheime Farbwaffe.
Ein gut gestalteter Untergrund kann gezielt den Blick lenken:
Heller Staub unten = dunklere Figur wirkt dramatischer.
Dunkler Boden = helle Highlights auf der Mini poppen mehr.
So wird deine Base zur unsichtbaren Regieanweisung.

Im Tabletop ist oft wenig Zeit und Platz – schnelle Bases mit Sand, Trockenbürsten und Grasbüscheln reichen da meist.
Aber wenn du eine Figur präsentierst oder fotografierst, willst du mehr:
Story. Stimmung. Tiefe.
Ein gebrochener Schwertgriff, eine blutige Spur, ein verwelktes Blatt – kleine Details machen aus deiner Mini einen Charakter in einer Welt.
Beispiel: Ein Space Marine auf zerbrochener Ruinen-Base mit Asche?
→ Sofort entsteht ein Bild: „Nach dem Kampf, allein, aber siegreich.“
Ich hatte mal einen Hochelfen mit bemaltem Schild – hübsch, aber langweilig.
Dann hab ich ihm eine kleine Klippe mit Moos, einen umgefallenen Helm und etwas Schnee gegeben.
Plötzlich sah er nicht mehr aus wie „Modell 14A“ – sondern wie „Der Letzte der Weißen Garde.“
Und genau das ist die Magie einer Base.
Wenn du neu startest, brauchst du nicht viel – aber das Richtige:
Sekundenkleber oder Holzleim
Streumaterial (z. B. Sand, Steine, Kork)
Strukturpaste oder Spachtelmasse
Acrylfarben zum Drybrushen und Washen
Klarlack zur Versiegelung
Dieses Einsteiger-Basing-Set von Amazon bietet viele der Materialien in einem Paket – ideal für deine ersten Bases.
👉 The Army Painter Battlefields Basing Set
Diese Tools brauchst du nicht sofort – aber sie machen vieles einfacher:
Pinzette (für kleine Details wie Gräser)
Modellierspachtel (für Strukturpaste oder Green Stuff)
Alte Pinsel fürs Trockenbürsten
Cuttermesser für Kork & Styrodur
Ein günstiges Modellbau-Werkzeugset mit Pinzette, Cutter und Spatel findest du ebenfalls auf Amazon.
👉 Modellbau Werkzeug Set
Lege dir eine kleine „Basing-Box“ an: eine kleine Kiste mit allen Materialien + ein Pinsel nur fürs Base-Gestalten.
Das spart Zeit und verhindert Farbverunreinigung deiner Miniaturen.
Pro-Tipp: Kleine Gewürzdosen oder Schraubgläser sind perfekt zum Lagern von Streumaterial.
Für Armeen oder Spielminis gilt: Stabilität vor Detailwahn.
Sand + Wash + Trockenbürsten + Grasbüschel → Fertig.
Das geht schnell, sieht solide aus – und hält auf dem Spieltisch.
Hier darfst du ausrasten:
Mit Gelände, Wasser-Effekten, echten Ästchen oder sogar Mini-Dioramen erzählst du eine Szene.
Dafür brauchst du mehr Zeit – aber auch mehr Wirkung.
Du willst schnelle Fortschritte und viele Minis? → Spielbases.
Du willst zeigen, was du kannst – oder Fotos machen? → Vitrinenbases.
Oder du mixt beides: einfache Base für’s Spiel, aber mit kleinen Highlights, die deine Figur herausheben.
Strukturpaste gibt es in grob, fein oder extra rau. Sie trocknet hart, haftet auf fast allen Oberflächen und sieht nach dem Bemalen extrem realistisch aus.
Tipp: Trag sie mit einem alten Pinsel oder Spatel auf – ruhig unregelmäßig, das macht’s natürlicher.
Wasche, trockne und siebe etwas Vogelsand – fertig ist dein kostenloses Streumaterial!
Mit Holzleim auf die Base, trocknen lassen, grundieren – fertig.
Je nach Farbe + Drybrush sieht das schon nach viel aus!
Kleiner Lifehack: Strukturpaste + Sand = doppelte Textur.
Dazu ein grober Wash + heller Drybrush – und du hast in 15 Minuten eine richtig schöne Base.
Kleines Grasbüschel drauf = perfekt.
Nimm einen alten Pinsel, wenig Farbe, viel Gefühl – und streich drüber.
Erhebt sich die Textur? Super! Dann hast du’s richtig gemacht.
Am besten mit helleren Tönen auf dunklerem Grund.
Ein dunkler Wash fließt in alle Vertiefungen und gibt Tiefe.
Für Bases super geeignet: Braun, Schwarz oder Sepia.
Trocknen lassen – dann erst weiter machen!
Grundfarbe
Wash
Trockenbürsten
Feine Akzente (Gras, Schädel, Holz)
Mit dieser Reihenfolge wirkst du wie ein Base-Profi – auch wenn du’s zum ersten Mal machst.
Statische Grasbüschel oder Mini-Tufts aus dem Modellbau sind super einfach aufzubringen (mit Sekundenkleber) – und machen jede Base „lebendig“.
Diese Grasbüschel in Naturfarben wirken super realistisch und haften perfekt.
👉 Selbstklebende statische Grasbüschel
Korkstücke aus Weinflaschen, Schieferbruch oder Styrodur:
Klein schneiden, ankleben, bemalen – ergibt Ruinen, Steine oder Trümmer.
Ideal für Bases mit „verlassenem“ Look.
Ein kleiner Schädel, ein verrostetes Schwert, ein Knochenfragment – schon hast du Storytelling auf der Base.
Kleiner Aufwand, große Wirkung.
Frage dich: Wo steht die Miniatur?
Ein Dunkelelf im Dschungel wirkt komisch.
Ein Eisbarbar auf glattem Stein mit Frost und Kristallen? Perfekt.
Thema + Mini müssen zusammenpassen.
Es braucht nicht viel, um Spannung zu erzeugen:
Ein zerbrochener Helm → gerade besiegter Feind
Ein Fußabdruck → Mini verfolgt etwas
Eine Lache Blut → frischer Kampf
Mit diesen Base-Zubehör-Sets (Mini-Schädel, Waffenreste, etc.) kannst du solche Stories direkt umsetzen.
👉 Waffenpack-Zubehör-Set,
Ein Schneetroll auf tropischer Palme? Eher nicht.
Lieber kleine, stimmige Details als zu viele Effekte.
Die Base ist die Bühne – nicht die Hauptfigur.
Verwende ähnliche Farben auf Base & Figur, um einen geschlossenen Look zu erzielen.
Beispiel: Rote Rüstung + rötlicher Sand = weich und stilvoll.
Krasser Kontrast = Wow-Effekt.
Ein leuchtend grüner Sumpf unter einer düsteren Figur – sofort fällt sie auf.
Tipp: Funktioniert besonders gut bei Vitrinen-Figuren.
Setze helle Highlights auf den Boden nahe der Mini → lenkt Blick nach oben.
Dunkle Schatten außen = Fokus bleibt auf der Mitte.
So steuerst du den Blick wie ein Filmregisseur.
Strukturpaste mit Sand mischen
Farben: Ocker, Rostrot, Beige
Akzente: Gebrochene Säulen, trockene Gräser
Leim + Natron oder Schneepaste
Farben: Weiß, Hellgrau, Blauschimmer
Akzente: Eiszapfen, gefrorenes Holz, kleine Kristalle
Green Stuff oder Grasbüschel + Farnteile
Farben: Grün, Braun, Moos
Akzente: Vines, Lianen, kleine Tiere
Gerade beim ersten Mal wird gern zu viel Leim verwendet. Ergebnis:
Der Sand klumpt
Die Struktur verschwimmt
Die Farbe haftet schlechter
Tipp: Nimm einen alten Pinsel und verteile den Leim dünn & gleichmäßig – besonders bei Gras und feinem Streu.
„Hauptsache was drauf“ funktioniert nicht.
Wenn du zu viele verschiedene Materialien wahllos mischst, wirkt die Base überladen oder chaotisch.
Base schnell gemacht, Farbe drauf, sieht gut aus – und dann blättert sie ab.
Warum? Leim, Paste oder Wash waren noch nicht trocken.
Lass deiner Base mindestens 1–2 Stunden Zeit, besser über Nacht.
Jede Figur auf der gleichen Base wirkt schnell langweilig – vor allem in Vitrinen oder auf Fotos.
Tipp:
Wechsle Farben
Spiele mit Texturen
Baue kleine Unterschiede ein (z. B. zerbrochene Fliesen, Mini-Pflanze, Schiefer)
Selbst bei Armeen kannst du variieren:
Ändere den Wash (z. B. Braun statt Schwarz)
Wechsle zwischen zwei Grasbüschel-Farben
Nutze kleine Deko-Elemente
Von oben sieht alles gleich aus?
Probiere, leicht schräg zu arbeiten oder eine kleine Erhebung zu gestalten.
So wirkt die Base plastischer – besonders bei Fotos.
Ein 28 mm Soldat neben einem „Grashalm“, der wie ein Baum aussieht?
Sofort wirkt die Base unrealistisch.
Achte auf Maßstab: Deko darf auffallen, aber nicht überdimensioniert sein.
Wenn du zu viele Elemente auf eine kleine Fläche quetschst, wird’s schnell unruhig.
Beispiel: 25 mm Base mit 4 Steinen, 2 Schädeln und einem Busch → kein Platz mehr für die Mini.
Wähle 1 Highlight pro Base:
Ein Bruchstück
Ein Kontrast-Element
Ein Farbakzent
So bleibt der Fokus auf der Figur – und die Base wirkt dennoch „erzählt“.
1. Muss ich die Miniatur zuerst bemalen oder die Base gestalten?
Viele stellen sich diese Frage — und hier kommt die Antwort, frei wie ein Kumpel‑Tipp: Es gibt kein „gesetzliches“ Muss. Manche kleben die Mini zuerst auf die Base und gestalten dann die Umgebung, andere gestalten die Base vorab und setzen die Figur dann darauf. Laut Forumsdiskussionen bevorzugen über 70 % die Variante „Miniatur zuerst bemalen, dann Base gestalten“. Wichtig ist: Dein Workflow sollte bequem für dich sein und du solltest es routiniert machen. Dann wird die Base Teil des Ergebnisses — nicht ein Stolperstein.
2. Wie teuer muss mein Basismaterial sein?
Kurz gesagt: Gar nicht teuer. Viele Hobbyisten benutzen Vogelsand, Baumarktkork, Reststücke von Styrodur und einfache Farben – und erreichen tolle Ergebnisse. Entscheidend sind deine Idee, dein Plan und dein Spaß. Wenn du später mehr ins Detail gehst, kannst du auf hochwertigere Materialien upgraden — aber die ersten erfolgreichen Bases bekommst du auch mit günstigem Setup.
3. Wie viel Zeit sollte ich realistischerweise für eine gut gestaltete Base einplanen?
Wenn du eine Base „schnell‑gut“ machen willst, reichen oft 15–30 Minuten mit Strukturpaste + Sand + Wash + Drybrush. Wenn du eine Szene mit Dekoelementen und Persönlichkeit machst, können 1–2 Stunden realistisch sein — und für Showcase‑Bases auch länger. Wichtig: Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern mit dir selbst von „vorher“. Du wirst mit der Zeit schneller – und das ist völlig okay.
4. Wieviel Dekoration darf sein, ohne dass die Miniatur untergeht?
Die Faustregel: Dekoration ja, aber deine Figur muss weiterhin Hauptdarsteller bleiben. Zu viele Steine, Schädel, Pflanzen können dein Ergebnis unruhig machen. Oder wie einer im Reddit‑Forum sagte:
„Das Gestalten des Bases … erlaubt dir, die Szene zu gestalten … aber die Miniatur bleibt der Fokus.“ Reddit
Also: Setze ein Highlight (z. B. ein kleiner Schädel oder eine Pflanze), halte den Rest schlicht – und deine Base wirkt professionell, nicht überladen.
🧩 Fazit: Deine Base ist mehr als Boden – sie ist Bühne & Botschaft
Du hast jetzt alles, was du brauchst, um Miniaturen-Bases nicht nur zu „machen“, sondern gezielt zu gestalten. Ob du mit Sand und Grasbüscheln arbeitest oder kleine Geschichten mit Trümmern und Details erzählst – deine Base zeigt, wer du als Künstler bist.
Vergiss Perfektion. Es geht nicht um 1000 Likes. Es geht darum, dass du mit jeder Figur, jeder Base, jedem Pinselstrich wächst.
Du hast keine „einfachen Bases“ mehr –
du hast eine Bühne für deine Miniaturen.
✅ Dein nächster Schritt:
👉 Such dir eine Figur aus deiner Sammlung.
👉 Schau sie an. Frag dich: „Was erzählt sie?“
👉 Und dann: Gestalte ihr eine passende Welt.Du wirst sehen: Die Figur wirkt sofort anders. Echter. Tiefer.
Weil sie nicht mehr einfach steht – sondern wohin gehört.
Dein Norbert
☕ PS: Einige der Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas bestellst, erhalte ich eine kleine Provision – ohne Mehrkosten für dich.
Damit unterstützt du diesen Blog – und ich heb die Tasse Kaffee auf dich! Danke. ☕
ÜBER DEN AUTOR

Norbert von argonspaintshop.com
Seit über 30 Jahren bemale ich Miniaturen – von Warhammer bis Rollenspiel, vom Drachen bis zur Basekante.
Ich liebe Details, echte Handarbeit und Zubehör, das funktioniert. Hier teile ich, was sich in meinem Atelier wirklich bewährt hat.

Welcher Bastel-Typ bist du?
Finde in 60 Sekunden heraus, ob du Perfektionist, Tüftler oder Flow-Künstler bist –
und hol dir dein persönliches Bastel-Paket 🎁
© Norbert Kammerer
JA, SENDE MIR DEN KOSTENLOSEN GUIDE ZU
Hinweis: Deine Daten sind bei uns sicher, und Spam gibt es garantiert nicht. Diese Infos sind so wertvoll, dass sie dir schnell Geld bringen können. Gib einfach deine beste E-Mail-Adresse an, damit du nichts verpasst!